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Oha   -   Dienstag, 02.02.10                              Noch keine Bewertung! - bewerten
Detektiv Darek und der Kampf der Klischees V
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„Hallo?“, meldete sich Petrus Stimme am Ende der Leitung. Gott legte hastig wieder auf.

Petrus muss von der Sache gewusst haben, dem entgeht doch sonst nichts. Aber warum sollte er mich betrügen? Fest steht, dass er Darek genauso hasst, wie ich – schließlich kam der IMV damals auf uns beide zu. Oder hat er seine Meinung geändert? Damals stieg ihm der Zorn wie gewürgte Galle ins Gesicht. 'Niemals! Das könnt ihr nicht machen!“, hatte er geschrien, noch bevor ich das Wort erheben konnte. Was ist bloß aus uns geworden? Früher verbrachten wir Tag und Nacht zusammen am Himmelsufer, ließen unsere Gedanken und Gespräche vom Treiben auf der Erde und der Gestirne mitreißen, die in Ewigkeit um uns herum rasten. Ich kannte all deine Geheimnisse. Wie Bruder und Schwester waren wir. Du scheutest dich nie, mich, den Erfahrenen um Rat zu fragen und für mich warst du der einzige, dem gegenüber ich mir beim Antworten nicht überheblich vorkam. Gemeinsam konnten wir Pferde erschaffen, Gesellschaften umlenken und philosophieren. Was floss Herzblut, als wir die Bibel und die Bibel 2 erdachten. Ich gab dich sogar Jesus als Paten mit auf die Erde. Welch eine Freundschaft, welch Intimität. Was ist bloß verloren gegangen? Was bloß ist nun anders als früher? Warum nur wolltest du den Tordienst übernehmen – brauchst du nur ein wenig Abstand? Ich kann dir das nicht übel nehmen – wenn du für dich selbst sein willst, ist das dein gutes Recht. Nur früher, da hattest du nie den Wunsch danach. Was hat sich geändert, dass du nicht mehr bei mir sein willst? Sehen wir uns, sprichst du kaum mehr als das Nötige, sind wir einander fern, bin ich stets der, der den Kontakt sucht. Das monumentale wir zerbröselt, oder? Und darunter, so sehr ich auch die Augen davor verschließe, kommt ein so viel mickrigeres jeder für sich zum Vorschein, das mein Herz in unvollendete Pein hüllt. ICH – GOTT – fühle mich gefehlt. Warum nur, wie konnte es dazu nur kommen? Was ist bloß verloren gegangen? Es ist wohl richtig, was die Menschen sagen: Mach dich nie abhängig, sonst wirst du verletzt. Fühle nicht, sonst verweichlichst du. Doch so sehr ich mir auch sage, dass ich über all dem stehe, so sehr ich mir dafür zu schade sein will – zum ersten Mal bin ich mir meiner Empfindungen bewusst – Klebt meine Seele an deiner – nur du bist nicht mehr da, wo sich die Naht schließen sollte. Ach! Bittere Tränen sind mein Labsaal, wo es Stolz und das mit dir vereint sein sollte. Wie tragisch ist der, der nur das Niederschmetternde fühlen kann und nicht die Freuden? Wie wir früher zusammen am Rande der Wolken, so sitze ich nun tagein tagaus vor diesen Bildschirmen, lasse mich berieseln und kann doch meiner eigenen Kinder nicht mehr froh werden. So Ratlos, wie Rastlos. So Untätig und Unnötig wie ein Stern am Himmel, nur dass ich das Leuchten verlernt habe. Petrus, ach Petrus, wohin hast du mich geführt? Was ist bloß verloren gegangen? Wo ist dein Hass, wo deine Liebe? Wie konntest du Darek laufen lassen, unserem vereinten Schwur so in den Rücken fallen. Petrus, ach Petrus, muss ich mich von dir abwenden – dich im dunklen göttlichen Schatten modern lassen?

Gott griff wieder nach dem Telefon – dieses Mal jedoch wählte er die Nummer von Lucy, der er in dieser Angelegenheit von allen am meisten vertraute.





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