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Shoutbox
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| Oha - 29.03.10 - 21:47 |
| Und jetzt gibts im Archiv Seitenzahlen. |
| Oha - 25.03.10 - 15:41 |
| Apathie, du mein stiller Begleiter - Ich kann mich nicht rühren. Nichts rührt mich. Nichts verführt mich, irgendwas aufzuspüren oder auszudrücken – bis hin zu meinen Kippen. Ich ruhe und bin einfach still und stumm. Lieg nur rum. Und drum sag ich nun nichts mehr. Denn dieses Gedicht macht sonst nichts mehr her, fällt schwer zu verstehen, wie einer sich nur um das Thema Schweigen drehen kann und dabei fortfährt. Fortfahrend Fortwährend während Worte im Mund sehr ungesund erschweren, sich ihrer Aussprache verwehren und negativ vermehren. Schwebe in nichtsprachlichen Sphären, die umso schöner werden je mehr sie sich verklären. |
| Oha - 08.03.10 - 22:56 |
| Wie unschwer zu erkennen wich die Shoutbox rechts zugunsten von etwas mehr Übersicht und Raum. Auch ansonsten paar Designveränderungen und innere Umstrukturierungen. Die Überschriften der Kategorien oben sind nu anklickbar. |
| brilliant - 08.02.10 - 11:34 |
| deine ausführungen über kant |
| auch von den mudda - 08.02.10 - 00:44 |
| eransicht. Was wesentlich ist, das weiß ich genau, sind jedenfalls nicht die probleme mit frau. Das ließ ich ihn mal alleine austragen, mich gehts nichts an, ihm stellst du die fragen. Kant brachte ins wanken aus gründen der brunft Völlig real die reine vernunft. -ein wendepunkt in der philosophiegeschichte. |
| den goethe seine mudda - 08.02.10 - 00:42 |
| So nimmt es der laie an, gedankenlos. So ein verschwinden durch die wand. Durchaus imposant. Eklatant imposant, dazu brisant. Im grunde allerdings kein garant, der verspanntheit an sich. Hatte sich schlicht verrannt In gedanken und fand Keine lösung, angeblich. …Steht er also verdattert vor bezeichnender mauer, durchläuft ihn krass ein entzückter schauer. es handelt sich bloß um brunftige lust, kann sie nicht befriedigen, zu hause nur frust. woher sie kommt, ich wills nicht wissen, wirkt weder philosophisch, noch religionsbeflissen. so steht kant dort, akut verspannt, hält sich noch immer erstaunlich galant. seine erregung vor dieser großen mauer amüsant für jeden fleischbeschauer. doch dann, was er tut, es ist brilliant, kant läuft, ja schreitet, ganz elegant, erregt, doch hemmungslos durch steinernde wand. Ob die erregung anhält, man weiß es nicht, habe ich von der wand nur die vord |
| Goethes Mudda - 02.02.10 - 17:14 |
| und war dabei verspannt |
| Goethes Erbin - 02.02.10 - 13:46 |
| Interessant dachte Kant und verschwand in der Wand (die er vorher ausgiebig musterte). |
| Oha - 19.01.10 - 12:36 |
| So folgte er einmal wieder dem Ruf des Wahnsinns... |
| Lautstark und hörbar - 13.01.10 - 17:26 |
| Der Penis tanzt |
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Oha - Dienstag, 12.02.08     - bewerten
Strandung - 5 - das Ende - 1 Kommentar - Visits: 1240 |
Strandung - Der komplette Text:
„Wie konnte das bloß geschehen?“, ich betrachtete die Wüste und war weniger verzweifelt als verwundert. Mitten im Nichts verlernt man gewisse Relationen. Wie war es zu dieser verheerenden Situation gekommen?
Eigentlich war es ein sehr beruhigendes Ausgangsszenario gewesen. Urlaub in Tunesien. Auf Djerba waren wir, meine Freundin und ich, im Hotel Beaux Arts angekommen. Eine groß angelegte Pool-, Sauna-, Massage, Wellness-Landschaft als Auftakt. Dattelpalmen, Sandstrand, Meer hatten das Hauptgericht des ersten Tages gebildet, das Ganze abgerundet von einem abendlichen Dessert, einer touristischen Après-Beach-Parties, die ihren Namen nicht wirklich verdient hatte, da sie ebenfalls am Strand stattfand. Trubel, viel Alkohol, ausgelassene Stimmung. Nach zwei Stunden war es dann wirklich genug gewesen. Wir hatten uns ein wenig absetzen und es uns zwei- dreihundert Meter weiter gemütlich machen wollen. Hans, ein 25 Jahre alter Deutscher, der mit Kumpels gekommen war, die er für einen Urlaub nicht ausreichend leiden konnte und den wir am Mittag kennen gelernt hatten, hatte uns begleitet. Wir waren nach kurzer Zeit ein gutes Stück von den anderen berauschten Afrikabesuchern entfernt gewesen. Die Fackeln, die den Party-Strand beleuchteten, hatten wir hinter uns gelassen. „Wie schwarz das Meer ist. Richtig böse.“, hatte jemand von uns noch gesagt. Da war mein Meer dann immer schwärzer geworden, hatte sich auf eigenartige Weise nach oben verschoben und sich, begleitet von einem pochenden Schmerz an der Hinterseite meines Kopfes, in atemberaubendem Tempo höllisch dunkel über mein Blickfeld verteilt.
Rekonstruktion von Ereignissen ist oft ein wahres Wundermittel, beispielsweise, wenn man seinen Schlüssel irgendwo hat liegen lassen. Als ich allein in der Wüste stand, half sie mir zumindest dabei, meine Gedanken wiederzufinden, zu ordnen. Die Sonne schien bereits wieder, es musste einige Zeit vergangen sein oder ich musste mich deutlich östlich von Tunesien befinden oder beides oder was weiß ich, was das Ganze sollte. Naja, eigentlich war es klar: Entführung, keine Frage. Man hatte mich K.O. gehauen. In der Tat niedergeschlagen suchte ich den Horizont ab. Nichtmal der Klischeekaktus war zu sehen – nur Sand, soweit das Auge reichte. Algerien vielleicht. Oder doch noch Tunesien? Oder aber Arabische Halbinsel, wer weiß, wie lange die mich hatten schlafen lassen. Warum setzte jemand einen Gefangenen mitten in der Wüste aus?
Verzweifelt grübelte ich in mich hinein, während die Sonne um mich herum den Sand erwärmte. Ich begann, zu schwitzen. Scheiße! Ich wollte nicht sterben. Also ging ich los. Eine Richtung war genauso gut wie die andere, ich hatte ja keine Ahnung, wo ich mich befand. In Richtung Sonne und dann immer geradeaus, oder so.
Nach ein paar Minuten oder Stunden war es wahnsinnig heiß geworden. Am Himmel der riesige brennende Gasball. Pause, nur für eine kurze Weile. Ich band mir mein weißes T-Shirt über den Kopf. Das war gut, das hätte ich früher tun sollen.
Weitergehen! Vor Einbruch der Nach irgendwo ankommen. Vor dem Erfrierungstod. Weiterschleppen, nicht anhalten. Wasser! Weiter, weiter! Gegrillt wie ein Spanferkel, zu keinem klaren Gedanken mehr fähig, durchquerte ich die fremde Wüste. Wenig Platz für Hoffnung, aber doch immerhin genug, um mich vom Aufgeben und einfach Umfallen abzuhalten. Über dem Boden war die Luft verzerrt. Es flimmert wie ein alter Bildschirm, dachte ich einmal, nah an der totalen Verblödung und verzog meinen Mund zu einem unbeholfenen Grinsen. Weitergehen. Links, rechts, links, rechts. Im Nachhinein erstaunlich, mit welchem Durchhaltevermögen ich mich immer wieder aufgerafft habe. Jede Sekunde bekämpfen und gewinnen. Tausende Schlachten mit der Hitze und der Zeit, während ich mich weiterbewegte. Ich war Astronaut, der im Weltall vergessen worden war. Ich sah voll Hoffnung Sterne, vielleicht Planeten oder Monde, konnte mich sogar selbstständig fortbewegen, im leeren Raum rudern, aber die Himmelskörper näherten sich mir nicht, es gab keine Chance, irgendwo anzukommen. Also treiben lassen. Auf die Umlaufbahn eines Mondes (Jupiter? Saturn? Erde?). Ich umkreiste die riesige Felskugel, stockdunkel die Oberfläche, nur am Rand des steinernen Kreisels ist ein schmaler Lichtstreifen zu sehen. Da hin. Über die Düne. Ich glitt darauf zu, mehr zufällig als gewollt. Der Weg zog sich in die Länge, aber nach einigen Minuten lag das Paradies vor mir. Wasser auf dem Mond, Oase in der Wüste. Sturzflug, hinab. Mein Körper glühte, als ich die letzten Meter zurücklegte. Aber er hielt durch. Ohne Einfluss genommen zu haben landete ich zwischen Palmen, hohen Gräsern, gespeist durch kleine Flüsse, die sich hier im Tal zwischen Sandbergen entlangkämpften. Vorbei an Palmen, vorbei an hohen Gräsern, hinein in den ersten klaren Bach. Und während des Trinkens klärte sich die Welt wieder auf, keine Planeten und Monde mehr. Das unermesslichen Universum schrumpfte wieder auf die Größe der unendliche Wüste und ich war wieder auf die Erde. Tropfnass, wahrscheinlich dampfend, lebte ich mein Glück aus. Minuten später, als mein Durst gestillt, meine Haut gekühlt war, begutachtete ich zum ersten Mal ernsthaft meine Umgebung. In den Spitzen der Palmen schimmerte es bläulich. Von neuem Enthusiasmus gepackt, rüttelte ich an einem dünnen Stamm. Tatsächlich fielen einige blaue komische Früchte herunter, kaum größer als Murmeln. Ich musste was essen, also rein damit. Sehr süß. Mehr. Gesättigt und entdurstet bemerkte ich am Rand des Grünstreifens, den die Oase in die Wüste zeichnete, einige hohe Felsbrocken, zerklüftete braune Berg- und Hügelreste mit fast senkrechten Wänden im Abstand von etwa einer Fußballfeldlänge. Ich ging zum erstbesten, um mir diese landschaftlichen Wunder genauer anzusehen. Aber - War das eine Gestalt, da oben? Tatsächlich – ich konnte einen Blonden Haaransatz eines kauernden Menschens sehen, der da über die Kante des Felsens ragte, gut sechs, sieben Meter über dem Wüstenboden.
„Hey! Ist da wer? Können Sie mir helfen?“, rief ich.
Die Gestalt schreckte auf, fuhr herum, betrachtete mich von oben herab.
„Hans?“, HANS?
HANS! Unser neugewonnener Freund.
„Ja, ich bins! Wie kommst du denn hierher? Die haben gesagt, sie wollten dich verrecken lassen.“
„Wer, die? Was ist denn hier los? Sind wir entführt worden?“, die Rätselhaftigkeit der ganzen Angelegenheit veranlasste mich unterbewusst dazu, meine Stimme zu senken.
Hans schrie zu mir herunter: „WAS?“.
Ich, wieder lauter: „Ob wir entführt worden sind. Wer denn bitte die sind?“.
„Ja – das waren Terorristen, bestimmt. Die haben uns hierher geschleppt und du warst weg. Die haben gemeint, sie haben dich abgemurkst!“.
„Haben die etwa auf Englisch miteinander geredet, oder woher weißt du das?“, langfristig war das nicht eben eine stimmbandschonende Art der Unterhaltung, „Wieso sitzt du da oben?“.
„Nee, Deutsch! Und die haben gesagt, solange wir da oben sind, passiert uns nichts. Aber nur allein. Such dir auch nen Felsen.“.
„Aber wo sind die denn?“
„Keine Ahnung, Mann.“, ich konnte ein Zucken seiner Schultern erahnen, „Die haben irgendwas von irgendwelchen anderen - wahrscheinlich andre Terroristen - gesagt, die sie treffen wollen. Dann sind sie in die Richtung abgezogen.“, er zeigte mit dem Finger in eine Richtung.
„Dann komm doch einfach runter!“, meine Stimme wurde heiser.
„Was?“
„Du sollst einfach runterkommen!“
„Nee, danke, äh, die kommen sicher jeden Moment zurück. Ich halt die Stellung.“ Seltsam.
„Du erfrierst da, heute Nacht!“
„Die haben mir ne Decke gegeben, das wird schon gehen. Zumindest genauso gut wie da unten bei dir. Ich... will kein Risiko eingehen.“
Resigniert wandte ich mich ab, verabschiedete mich nur mit einem halblauten „Ok.“ und ging zurück zur Oase, um die letzte Sonne des Tages im Schatten genießen zu können. Meine Haut war ohnehin verbrannt genug und schälte sich bereits. Die Nacht war eisig. Ich hatte mich mit einigen Palmblättern zugedeckt. Anfangs strahlte das Wasser, das neben mir vor sich hinfloss, noch etwas Wärme aus, aber nach einigen schlaflosen Stunden hätte es mich nicht einmal mehr gewundert, wäre es auf der Stelle eingefroren. Ich weiß nicht, ob ich eine einzige Sekunde schlief. In einer Trance zwischen den Anstrengungen des Marsches, die mir in allen Knochen lagen und dem unbändigen Zittern, dass mir die Kälte ewig und unaufhaltsam durch den Körper jagte, stieg ich wieder ins Vakuum, in die Weiten des Alls, wo es keine Wärme gibt. Ich bin kein Astronaut mehr. Astronauten tragen Raumanzüge. Ich bin schutzlos und nackt der Abwesenheit von infrarot schwingenden Photonen ausgesetzt. Kleinmachen, kompakt, so speichert man am Besten. Am Besten war kaum gut genug und nach einer durchgefrorenen Nacht rappelte ich mich beim ersten Sonnenlicht nur noch halb lebendig auf, ging ein wenig umher, um meinen Kreislauf wieder anzuschalten. Bis ich bei Sinnen war und das Zittern allmählich weniger wurde, beschloss ich, die Terroristen zu finden. Das schien mir meine einzige Chance, meine Freundin, Hans und mich aus diesem Schlamassel zu befreien. Da die bösen schwarzen Männer, die ich mir im Kopf ausmalte, nicht wussten, dass ich lebte, war ich sozusagen der eine, Auserwählte. Dieser Gedanke gab mir, glaube ich, eine Menge Kraft. Ich füllte meinen Magen mit Wasser, schüttelte eine Palme und packte mir ein großes Blatt voller blauer komischer Früchte. Dann stapfte ich los, Richtung Fingerzeig. Ich erklomm einen Sandhügel, wollte Ausschau halten. Hinter der Düne war der Wüstenboden dunkler, der Sand wurde grober und es erhoben sich einige Dutzend Felsfastzylinder, wie der auf dem ich Hans gefunden hatte. Von hier oben erkannte ich, dass sich auch auf diesen Brocken Menschen befanden. Sie kauerten da, hatten weiße Decken über sich geworfen. Frauen, Männer, sogar ein, zwei Kinder konnte ich ausmachen. Der Auserwählte. Ich würde sie in die Freiheit führen. Majestätisch schritt ich den Berg hinab, stellte mich zwischen die ersten beiden Stelen. So laut ich konnte, rief ich:
„Guten Morgen, Freunde.“
Keiner antwortete, aber diejenigen, die in meiner Nähe waren, sahen scheu zu mir hinunter.
„Ich bin gekommen, um euch zu retten!“
Einer (zu meiner Rechten): „Wie willst du uns denn retten?“
„Ich werde die Terroristen besiegen – mit eurer Hilfe!“
Eine (links): „Also ich geh hier nicht runter, bin doch nicht lebensmüde.“
„Aber das ist doch genau das, was die wollen! Die glauben, ich bin tot, die rechnen nicht damit, dass euch jemand da runter holt!“
Wieder die eine: „Also ich tu gerne, was die wollen. Die haben Waffen. Kennst du denn einen Weg hier raus?“
„Also... noch nicht! Aber ich bin, also ich kann, glaub ich...“
„Komm wieder, wenn du was zu sagen hast. So lange bleiben wir lieber hier. Allein - wie die es gesagt haben.“
Jetzt schalteten sich auf einmal einige ein: „JA!“, brüllte jemand, „Richtig!“, „Ich auch!“.
Was war bloß mit denen los? Wo war meine Freundin?
„Elly? ELLY!“, rief ich vergeblich, denn nirgends meldete sie sich.
Also gut, dann bin ich eben auch alleine. Meine Mission durfte dadurch nicht gefährdet werden. Weltraum. Ich war die Sonne. Diese armen Menschen dort oben saßen fest, jeder einsam auf einem Planeten, der um mich kreist. Ich habe die Verantwortung. In meinem Einflussbereich liegen Gedeih und Verderb dieser Leute. Spähen in die Ferne. Das da am Horizont – ein schwarzer Fleck, über Wüstenhöhe. Etwa in Hans-Finger-Richtung. Mein einziger Anhaltspunkt. Los! Und ich durchquerte wieder Wüste. Diese hatte hinter der Oase zwar etwas an Form verloren, bestand jetzt aus braunem Schotter, auf dem man sich stolpernd ohne weiteres die Beine brechen konnte, das änderte jedoch nichts an der Hitze oder an meiner Maximalgeschwindigkeit. Deshalb stand die Sonne schon wieder fast senkrecht über mir, als ich dem schwarzen Punkt erste Formen zuordnen konnte. Es war ein seltsam ausgebauter Berg aus Granit oder was weiß ich, welcher Stein so dunkel ist. Ich näherte mich weiter. Der Berg schien ausgehöhlt (Natur? Menschenhand?), bildete eine große schwarze Kuppel. Eine Bretterwand versperrte am Boden den direkten Blick hinein. Und – ein Jeep stand auf dem felsigen Untergrund davor.
Ich schlich mich noch näher heran, erhaschte einige Stimmfetzen aus dem Innern. Das mussten die bösen schwarzen Männer sein. ICH WAR AUSERWÄHLT! DIE WOLLTEN MICH UMBRINGEN! ICH WÜRDE... lauschen! Mein Ohr an die Bretter gepresst, konnte ich tatsächlich ein Gespräch der Terroristen verfolgen.
Bestes Hochdeutsch durchdrang problemlos die zitternde, heiße Luft, transformierte deren unscharfes Flirren in konkrete Schallwellen, die meine Gehörknöchelchen schwingen und meinen Verstand aufhorchen ließen. Zwei Männerstimmen:
„Unser Herr Vorgesetzter sieht unseren Auftrag als bisher unvollständig erfüllt an.“
„Oh Nein. Was ist es, das ihm an diesem Teil des heiligen Kampfes noch keine Satisfaktion bietet?“
„Nun, das Bild sei noch unvollständig, so formulierte er es mir gegenüber. Es mangele noch an Aussage. Der Plan sei erst erfüllt, wenn der Tod eintrete.“
„Äußerst Makaber. Aber sein unglaubliches Gespür für Metaphern überzeugt mich doch jedes Mal wieder. Der arme Mensch in Unwissenheit, nicht in der Lage über sein eigenes kleines Gefängnis hinauszusehen. Welch ein Symbol.“
„Leider erst vollendet durch sein Ableben. Das ist der einnehmendste negative Aspekt der terroristischen Arbeit. Diese ständige Gewalt. Aber schließlich fechten wir unsere Schlacht für ein ehernes Ziel.“
„Aber es ist nach wie vor durchaus im relevanten Wahrscheinlichkeitsbereich, dass der Ausgesetzte hier frei herumläuft. Dies ließ der Chef zumindest durchblicken.“
„Dann gehe es los. Lass uns dem Mann ein für alle Mal den Garaus machen. Lass uns unsere Habe einpacken und den Geiseln erneut einschüchternd entgegentreten. Desweiteren benötigen wir einige wenige Nahrungsmittel, um das Feuer ihrer Hoffnung kontinuierlich weiterglühen zu lassen.“
Metall klirrte, hastige Schritte aus der Höhlenkuppel. Ich musste handeln. Der Jeep? Ich huschte leise zu dem Wagen, hoffentlich hatten die den Schlüssel stecken gelassen. Blick hinein. Hatten sie nicht – es gab gar kein Zündschloss, sondern lediglich einen münzgroßen roten Knopf, der wohl zum Anlassen diente. Mir konnte das recht sein. Ich schwang mich in den Geländewagen, drückte Start und gab Gas. Zurück zu den armen gekidgeneppten Menschen auf ihren Felssäulen. Hinter mir ertönten noch einige laute Schreie. Die Terroristen stürmten aus ihrem Unterschlupf hervor. Zu spät! Ich war bereits außer Reichweite – auf dem Weg um MEINE Mission zu erfüllen. Speedway über die Milchstraße, neben mir rasten Sterne entlang, alles drehte sich um den einen Punkt, auf den ich mich zu bewegte und schon war ich da, sprang aus dem Raumschiff zurück in den Sand.
Ich befand mich in der Mitte des Stelenfeldes, um mich herum arme gepeinigte Menschlein, die nach Erleuchtung durch den Einen – mich - dürsteten.
„Hört mir zu, Leute!“, ich musste mir endlich Aufmerksamkeit verschaffen, „HÖRT MIR ZU!“
Blicke wanderten, Hälse drehten Köpfe in meine Richtung - immerhin!
Ich fuhr fort: „Ihr wisst alle, dass wir bedroht werden!“ - „Ja, Schlaumeier!“ - „Aber ihr wisst nicht, wie die Bedrohung tatsächlich aussieht! Wir haben es hier nicht mit normalen Hinterwäldlerterroristen zu tun! Es sind Intellektuelle, die der Welt ihre Sichtweise zeigen wollen – durch euch! Ihr seid ein Mahnmal, ein Denk-doch-mal. Die werden euch langsam sterben lassen. Die Menschen in ihren selbstgeschaffenen Gefängnissen, in ihren Tellern, deren Ränder sie nicht verlassen. Die verarschen euch! Ihr sollt daran krepieren, dass ihr nicht miteinander redet, nicht von euern Sockeln steigt – ihr sollt daran sterben, stellvertretend für den gesamten Westen!“
Stille – aber es mussten alle gehört haben. Dann: „Quatsch! Uns! Nicht! Voll!“ uninsono.
„Bitte! Ihr müsst mir glauben! Ich hab die belauscht! Ich sage die Wahrheit! Glaubt mir doch! Weshalb glaubt ihr mir nicht? Ich bin doch der Eine...“
Von rechts vorne oben: „Genau! Du bist der eine! Du bist der Grund für die ganze Scheisse und wenn du nicht wärst, säßen wir schon lange nicht mehr hier!“
Ich: „So ein Quatsch!“
Er: „Glaub mir! Wir haben die belauscht! Das ist eine Tatsache! Es geht nur um dich.“
Laute des Zorns und der Wut, vermischt mit verhohlenem Gelächter von überall. Ich hatte es schon wieder nicht geschafft, sie zu überzeugen. Was war bloß mit diesen Menschen los? Hatten die bösen schwarzen Männer am Ende recht, mit dem was sie zeigen wollten? Das durfte nicht sein, das konnte nicht sein. Aber wieso ging dann keiner auf meine sinnvollen Lösungsvorschläge ein? War die Menschheit tatsächlich so am Ende? Verstand niemand niemanden und keiner keinen und hatten wir das kommunizieren tatsächlich verlernt. Ich wandte mich ab – hoffte, wenigstens Hans, bei der Oase, würde mich verstehen, machte mich auf den Weg. Da konnte ich noch so Auserwählt sein, wie ich wollte – solange es keinen Morpheus gab, der mich entdeckte, waren meine Chancen, etwas auszurichten gleich Null. Ich war dermaßen in Gedanken versunken, dass ich nicht einmal mitbekam, wie die Leute hinter mir allesamt von ihren Stelen stiegen und mir leise folgten.
Wo war bloß Elly? Sie konnte doch nicht tot sein. Ich kannte sie leider nur zu gut. Sie hätte sich niemals diesem diabolischen Spiel angeschlossen, eher würde sie sicher – s t e r b e n.
Das durfte einfach nicht der Wahrheit entsprechen.
Ich trottete über den Hügel, der mich von der Oase trennte – hetzte dann auf das Wasser zu und trank mich randvoll. Hinter meinem Rücken – ungesehen – die stille Menschengruppe. Der Durst war erstaunlich bald gelöscht. Die Sonne musste jetzt den einzigen Planeten in Reichweite erhellen: Hans. Zu seinem Sockel: „Hans! Hilf mir! Glaub mir! Du musst da runter!“
Hans: „Was machst du denn hier? Du hast es tatsächlich geschafft, bis jetzt zu überleben? Obwohl du da in die Wüste gerannt bist?“
„Natürlich – Hör mir zu! Die sind keine richtigen Terroristen, die...“
„Doch – sind sie! Die können sehr gemein Menschen manipulieren, wie das so das Ziel des Terrors ist. Denen dahinten haben sie erzählt, du seist ihr größtes Übel, du hättest Schuld an der ganzen Situation. Und irgendwie stimmt das auch. Ich muss es wissen. Dreh dich mal rum!“
Hinter mir – an die Fünfzig Personen, die sich mir unbemerkt bis auf etwa 20 Meter genähert hatten. Sie sahen nicht freundlich aus. Absolut nicht freundlich. „Jetzt ist schluss!“ und ähnliches wurde gerufen. Und sie setzten sich langsam in Bewebung, wollten mich treffen, mich zerstören. Meteoriten, Kometen, Asteroiden im Kampfeinsatz gegen mich, den Einen, die Sonne. Bereit, mit all ihrer Kraft auf mir aufzuprallen, mich zu zerfetzen. Aua! Die Sonne darf erst in Milliarden Jahren verlöschen, deshalb floh ich – also sie – ging auf, stieg über dem Wüstenboden empor. An den Ecken und Kanten der Felssäule entlang gen Zenit bot ich meinen Verfolgern eine ganz neue Erfahrung von persönlichem Horizont. Ich gewann mehr und mehr an Höhe, erglühte voll in meinem Adrenalindrang, fast hatte ich die Kante erreicht – hinauf, hinauf! - doch was war das? Hans saß keinesfalls alleine auf seiner Plattform. Neben ihm kauerte eine Gestalt, flach auf das Plateauchen gepresst, der Kopf in seinem Schritt liegend, von unten unsichtbar. „Elly?“ Elly? ELLY! - elly? Was war hier los? Ich wollte Erklärungen, nur leider gab es keine passenden Fragen. Irgendetwas war hier verdammt schief gelaufen. Hans Stimme, bedrohlich bassig: „Du hast die Wüste überlebt! Zweimal! Du hast dich nicht auf so ne Säule gesetzt und bist verreckt! Du hast meine Jungs überstanden! Du hast die Idioten überstanden, die sich für dich haben foltern lassen, zumindest bis jetzt. Du bist zu weit gekommen. Warum, verdammt, klappt das mit dem eleganten aus-dem-Weg-schaffen nie. Wenn du jemanden loswerden willst, erschieß ihn! Schade, dass sich das bewahrheitet.“
Ich hing am Rand der Stele und war vor Überraschung unfähig, mich zu bewegen. Lediglich meine Lippen konnten noch etwas hervorpressen: „Was? Was habe ich denn getan? Ich wollte doch nur meine Elly!“
„Deine Elly gehört jetzt mir!“. Hans zog sich sein Gesicht ab – wahrscheinlich eine verblüffend realistische Gummimaske – darunter kam ein langer Bart und ein großer Turban zum Vorschein. Er war: Osama bin Laden. „Sie ist so unglaublich sexy. Elly wird die erste meiner Frauen sein. Ich musste sie einfach haben. Also hab ich mir dieses kleine Spiel für dich ausgedacht. Als Terrorismus getarnte kleinere Verbrechen vergnügen mich immer wieder. Wollte dich eigentlich verlieren sehen – an den Ereigniskarten verzweifeln lassen – Wüste, aufgebrachter Mob, böse Terroristen, Hungertod. Du hast es unerwarteterweise geschafft. Übrigens, ich bin gerade bei LOS und du im Gefängnis - ich habe die Wahl – entweder stoße ich dich diesen Felsen hinab, oder ich setzte dir ne Kugel in den Kopf!“.
Downloadlink: Strandung - komplett
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KommentareSeite 1 > Bortid - Donnerstag, 14.02.08
YEAH! Das ende hauts echt raus, sauber!
lohnt sich zu leysen
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